Smartbroker verschiebt Trading-App auf 2022

Im Dezember 2019 ist der Smartbroker angetreten, um Trading in Deutschland besser und vor allen Dingen günstiger zu machen. Im Gegensatz zu den anderen Neo-Brokern bietet der Smartbroker dabei aber kein abgespecktes Leistungsportfolio, sondern produktseitig fast alles, was Investoren zum Handeln benötigen – u.a. sämtliche börsliche Handelsplätze in Deutschland, Fremdwährungskonten, Wertpapierkredite. Laut aktuellem Geschäftsbericht konnten bereits über 140.000 Kunden gewonnen werden.

Einer der wenigen Punkte, die nach Ansicht vieler Kunden nicht so gelungen sind und ggf. auch ein noch schnelleres Wachstum ausbremsen, sind das biedere Handelsfrontend und eine fehlende Trading-App. Das Handelsfrontend bildet zwar alle Funktionalitäten ab, die man zum Handeln benötigt, erinnert aber vom Look & Feel noch stark an die DAB Bank aus den 10er Jahren. Während der mehr oder weniger zeitgleich gestartete Neo-Broker Trade Republic voll auf eine Trading-App setzt und bereits auf eine geschätzte Zahl von 1 Mio. Kunden kommt, fehlt die Trading-App bei Smartbroker noch immer.

In einem Interview hatte der Smartbroker CEO Thomas Soltau die App für 2021 angekündigt. Jetzt hat Smartbroker aber offiziell gemacht, dass dieser Termin nicht zu halten ist und kündigt die Fertigstellung der Trading-App nun für das 1. Halbjahr 2022 an.

Der Vorstandsvorsitzende Matthias Hach der hinter Smartbroker stehenden wallstreet:online capital AG begründet die Termin-Verschiebung unter anderem damit, dass „das perfekte digitale Erlebnis“ geschaffen werden soll. Da liegt die Messlatte für das Entwicklerteam natürlich hoch. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass sich Smartbroker auch bei der Depotführung und ggf. der Wertpapierabwicklung neu aufstellen möchte. Darauf deutet hin, dass die wallstreet:online capital AG einen Antrag bei der BaFin gestellt hat, die bestehende KWG-Lizenz zu erweitern (Lizenz beantragt als „Wertpapierinstitut“, statt wie bisher „Wertpapierhandelsbank“).

Derzeit bietet Smartbroker nur Einzeldepots an. Zwar stand immer mal im Raum, auch Gemeinschafts-, Junior- und sogar Firmendepots anzubieten. Aber auch hier hat der Smartbroker zunächst umpriorisiert und zieht nun den Einstieg in den Handel mit Kryptowährungen vor. Diese sollen ebenfalls bis zum Sommer 2022 über die Plattform handelbar sein.

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.mein Depotvergleich der Top-Broker

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