Smartbroker Erfahrungsbericht

Smartbroker ist die neueste Brokergründung und seit Dezember 2019 online. Ich habe dort ein Depot eröffnet und getestet, ob der Smartbroker eine ernst zu nehmende Alternative darstellt.

Hinter Smartbroker steht die wallstreet-online Capital AG zu der auch FondsDISCOUNT.de gehört. Die Depotführung und Abrechnung erfolgt über die DAB Bank, die den meisten noch ein Begriff aus früheren Tagen sein sollte. Die DAB Bank wurde vor einigen Jahren von der BNP Paribas gekauft und deren Kunden zur Consorsbank (zwangs-)migriert. Nun gibt es das Angebot der alten DAB Bank in neuer Verpackung.

Smartbroker zeichnet sich dadurch aus, dass sehr viele Handelsplätze angeboten werden und der Handel mit 4,00 € Flat sehr attraktiv bepreist ist.

Depoteröffnung

Der Depoteröffnungsprozess ist leider etwas umständlich gehalten. Unter anderem verlangt der Prozess, dass alle Depotdokumente heruntergeladen werden (als PDF). So geht es erst weiter, wenn die 6 PDFs heruntergeladen wurden. Außerdem sollte man seine Steuer-Identifikationsnummer wissen.

Die Identifizierung erfolgt entweder per Video-Ident oder klassisch per Post-Ident über die Postfiliale. Wer Video-Ident wählt, der muss dafür die Post-Ident-App für iOS oder Android herunterladen.

Am Anschluß erhält man die Konto- und Depotzugangsdaten per Post. Wer noch das Depot von der DAB kennt, wird hier einen Aha-Moment haben, denn es ist diese haßgeliebte Kombination aus Zugangsnummer, Identifier und Super PIN. Beim Einloggen ist man also ständig in den Unterlagen am blättern. Außerdem ist für jeden Login eine SMS-Bestätigung notwendig. Update: ab sofort ist die SMS-TAN nur noch alle 90 Tage beim Login nötig

Bei Smartbroker können neben Einzel- auch Gemeinschaftsdepot und sogar Firmendepots eröffnet werden. Interessant ist das Angebot auch für Kunden mit USA-Hintergrund. Diese können bei Smartbroker ebenfalls ein Depot eröffnen. Das ist in Deutschland nur bei sehr wenigen Brokern der Fall.

Die Depoteröffnung hat bei mir vergleichsweise lange gedauert. Die Zugangsdaten habe ich etwa 2-3 Wochen nach dem Video-Ident erhalten.

Der erste Trade

Schon bevor ich die Zugangsdaten erhalten habe, wurde mir die IBAN-Nummer des Verrechnungskontos mitgeteilt. So konnte ich schon vor Erhalt der Zugangsdaten eine Überweisung zugunsten des neuen Kontos veranlassen.

Der erste Blick ins Webtrading war etwas ernüchternd. Die Optik und Haptik wirkt etwas angestaubt. Hier und da entdeckt man noch Details aus dem alten DAB Bank Depot. Positiv ist, dass sehr viele Handelsplätze zur Verfügung stehen. Bei den elektronischen Börsen neben Xetra zum Beispiel Tradegate, gettex und LS Exchange.

Als Orderzusätze gibt es Billigst (alle Handelsplätze), Limit (alle), Stop-Buy (alle) und Stop-Buy-Limit (Xetra, Frankfurt, gettex, Lang & Schwarz). Die im außerbörslichen Handel beliebte Quote-Order gibt es bei sämtlichen Emittenten sowie bei gettex und LS Exchange.

Für meinen ersten Trade an Tradegate habe ich 4,00 € ohne weitere Kosten gezahlt. Damit belegt der Smartbroker im Kostenvergleich für Tradegate und LS Exchange den ersten Platz vor allen anderen Brokern in Deutschland. An Xetra werden noch die Xetra-Gebühren von 0,00739% (Min. 0,75€ / Max. 89,65€) weiter berechnet.

Sparpläne:
Smartbroker bietet auch ein umfangreiches Angebot im Bereich Sparpläne an. Für 0,20% (mind. 0,80 €) können ETF-Sparpläne und auch Aktien-Sparpläne ausgeführt werden. Mit ca. 600 ETF-Sparplänen ist das Angebot sehr groß. 295 ETF-Sparpläne von Amundi, DWS, Lyxor und iShares werden kostenfrei angeboten.

Ich habe einen ETF von db-x Trackers (DWS) ausgewählt und dafür einen Sparplan bei Smartbroker eingerichtet. Die Raten können entweder vom Verrechnungskonto genommen oder von einem externen Konto eingezogen werden. Gerade letzteres finde ich sehr praktisch. Die Ausführung der Sparpläne erfolgt über Lang & Schwarz gegen 9:15 Uhr.

Derivate:
Smartbroker bietet auch ein ordentliches Trading von verbrieften Derivaten, also Anlage-Zertifikaten, Hebelprodukten (Knock-Outs & Optionssscheine) und Aktienanleihen an. Insgesamt 15 Emittenten sind an den außerbörslichen Handel angeschlossen. Außerdem können Derivate auch börslich über Frankfurt-Zertifikatebörse, Stuttgart EUWAX sowie gettex (nur HVB und HSBC) gehandelt werden. Der Preis liegt hier ebenfalls bei 4,00 € Flat. Premium-Partner, mit denen günstiger gehandelt werden kann, gibt es dagegen nicht. Es können keine Zertifikate auf US-Basiswerte (§871 US-Quellensteuer) gehandelt werden.

Smartbroker ist Preisführer bei Tradegate und LS Exchange. Für den Handel mit Derivaten gibt es dagegen bessere Broker

Handelsplattform

Bisher gibt es nur ein WebTrading. Es gibt auch noch keine eigene Smartbroker-App und auch keine Handelssoftware für Trader. Allerdings kann man sich die App „DAB B2B Endkunden“ herunterladen. Die App gibt es für Android und für iOS. Damit kann man sich ins Depot einloggen und Informationen zum Depotbestand, Verrechnungskonto und Orderaufträgen erhalten. Wertpapierorders können aber leider nicht aufgegeben werden.

Das Setzen von Session-TAN im WebTrading ist möglich und auch dringend angeraten, wenn man nicht ständig SMS-TANs auf Handy erhalten will. Insgesamt ist die Orderaufgabe etwas umständlich, aber nach einigen Orders auch schnell gelernt. Etwas nervig ist aber die automatische Logout-Zeit von 4:59 Minuten, die auch nicht hochgesetzt werden kann.

Etwas merkwürdig mutet noch die Navigation an. Dort sind Funktionen aufgeführt, die es beim Smartbroker (noch) gar nicht gibt. Interessant finde ich die Möglichkeit, mehrere Orders vorzubereiten.

Die Geschwindigkeit des WebTradings ist absolut in Ordnung, es kann also schnell und ohne spürbare Ladezeit zwischen Menüpunkten gewechselt werden.

Service

Der Kundenservice ist börsentäglich von 08:00 bis 20:00 Uhr erreichbar. Außerdem an Samstagen und auch an Sonntagen von 10:00 bis 18:00 Uhr. Der verlängerte Service auch am Wochenende ist dem Umstand geschuldet, dass mit Lang & Schwarz auch am Wochenende gehandelt werden kann.

Neben der Telefon-Hotline können über das WebTrading auch Nachrichten an Smartbroker geschickt werden.

Gut gefallen hat mir die Umsetzung der Dividendenbuchungen. Hier kann man sich in der Depotübersicht sehr schön die Historie zu einem Wertpapier im Depotbestand anzeigen lassen. Mit dabei auch Dividenden, die man während der Haltezeit erhalten hat. So kann man sich sehr schnell einen Überblick über die Gesamt-Rendite des Wertpapiers errechnen. Bei vielen anderen Brokern fehlt die Dividendeninformation an der Stelle, so dass man sich die Gesamtperformance aus Kursentwicklung und erhaltener Dividenden zumeist umständlich aus den Wertpapierabrechnungen im Postfach zusammensuchen muss. Das ist beim Smartbroker sehr gut gelöst.

Smartbroker Wertpapierhistorie mit Dividenden

Bisheriges Fazit

Das Angebot des Smartbrokers ist vom Umfang und von den Preisen mit dem von Flatex und der onvista bank vergleichbar. Jeder der drei Broker hat bestimmte Vor- und Nachteile in Bezug auf bestimmte Handelsplätze.

Geht es nur nach dem Preis, ist Smartbroker im Aktienhandel und bei ETFs die erste Wahl. Der von Smartbroker veranschlagte Flatpreis von 4,00 € ist Flatex (5,90 €) und onvista bank (7,00 €) überlegen. Allerdings gefällt mir deren Handelsfrontend noch um einiges besser als das von Smartbroker.

Ein gutes Gefühl bei Smartbroker verleiht der Umstand, dass es sich im wesentlichen um das bewährte Depotangebot der ehemaligen DAB Bank handelt. Über die Konzern-Mutter BNP Paribas sind Smartbroker-Kunden mit fast 120 Millionen Euro pro Kunde abgesichert.

Insbesondere für ETF-Anleger, die von der Einführung der Depotgebühren bei Flatex genervt sind (Bericht hier), ist Smartbroker eine Top-Empfehlung!

Hier geht es zum Smartbroker.

Vor- und Nachteile Smartbroker auf einen Blick

Smartbroker
HandelsplattformWeb-Trading
DepotartEinzeldepot
Gemeinschaftsdepot
Firmendepots
Junior-Depotja
Handelbare Produkte
Aktienca. 7.300
ETF / ETC1.500 (alle in Deutschland zugelassene)
Sparpläne600 ETF-Sparpläne
Fonds-Sparpläne
Aktien-Sparpläne
Investmentfondsca. 18.000
Anleihenja
Xetra Goldja
(Verwahrgebühr 0,03% / Monat)
Anlagezertifikateja
Optionsscheine, Hebelprodukteja
Futures & Optionen,
CFDs, Forex
nein
Handelsplätze
börslich inlandXetra: 4,00 € + Börsengebühren
Tradegate: 4,00 €
LS Exchange: 4,00 €
gettex: 4,00 €
börslich AuslandUSA (NYSE, NYSE Amex, NASDAQ, Pink Sheet, OTC Bulletin Board): 9,00€ + 0,06%. mind. 25$

Kanada: 0,00€ + 0,075%, mind. 15 CAD

Europa: 9,00€ + 0,10%, mind. 10€

Welt: 9,00€ + Handelsplatzentgelt, untersch. Minimumfee
außerbörslich15 Emittenten: 4,00 €
Handelszeit7.30 bis 23.00 Uhr
Wochendhandelja, mit Lang & Schwarz
Gebühren
Depotgebühren0,00 €
Ändern / Löschen Limit0,00 €
Eintragung Namensaktien0,60 €
Zinsen Verrechnungskonto-0,50% p.a., ab 15 % Cashquote im Verhältnis zum Depot-& Cashbestand
Sicherheit
Einlagensicherungca. 120 Mio. pro Kunde
Eigene Banklizenznein
Steuern
Abzug Abgeltungssteuerja
Sonstiges
Eingehender Depotübertragja, möglich
Smartphonenur WebTrading, es kann aber die App "DAB B2B Endkunden" genutzt werden (keine Orderfunktion)

Zum Smartbroker
Wie ist Eure Meinung zum Smartbroker? Würdet ihr dort ein Depot eröffnen und falls nicht, warum ?

Impressionen aus dem Webtrading

Smartbroker Orderaufgabe Screenshot

Smartbroker: Orderaufgabe Börslich (Klicken zum Vergrößern)


Smartbroker Orderaufgabe außerbörslich

Smartbroker: Orderaufgabe für Derivate (Klicken zum Vergrößern)


Smartbroker Anlage eines Sparplans Screenshot

Smartbroker: Anlage eines Sparplans (Klick zum Vergrößern)


Smartbroker: Screenshot aus der App „DAB B2B Endkunde“

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.mein Depotvergleich der Top-Broker

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Ein Kommentar zu “Smartbroker Erfahrungsbericht”

  1. akogerd
    21. Februar 2020 at 10:24 #

    konnte mich gerade – nach fast eineinhalb Wochen – in mein neues Depot einloggen.
    Hatte vorab Geld auf das Brokerkonto überwiesen.

    Wollte mir als erste Position Nel Asa Aktien kaufen. Es scheiterte daran, dass das Papier
    weder unter NEL, NEL ASA, WPKN noch unter der ISIN-Nummer aufrufbar war.

    Jetzt kontaktierte ich den Service und bat um eine Erklärung. Die Fragen nach meinem Namen und meiner Zugangsnummer beantwortete ich. Dann kamen weitere Fragen.
    Ich verwies darauf, dass es sich um eine allgemeine Frage handelt und nicht um eine Sicherheitsrelevante. Das interessierte meinen Gesprächspartner in keinster Weise.

    Mittlerweile auf 180 – mittlerweile wurde ich ausgeloggt- beendete ich das Gespräch mit dem Hinweis, dass ich so einen „shice“ kein zweites oder gar drittes Mal mitmachen werde.
    Dann lieber o,1 % Depotgebühr beim alten Broker. Die köönten sich evtl. auszahlen.
    NEL ist kein Witwen und Waisenpapier. Da kommt es unter Umständen auf Minuten an.

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