DEGIRO: Neuer Brokerage-Anbieter im Schnell-Check

Mit DEGIRO startet diesen September ein neuer Onlinebroker in Deutschland. Der aus den Niederlanden stammende Broker wirbt mit Niedrigpreisen und unterbietet die Konditionen der etablierten deutschen Broker. Wir haben einen Schnell-Check des neuen Anbieters durchgeführt.

Unternehmen:

Heute erreicht uns die Pressemitteilung, dass ein neuer Onlinebroker in Deutschland gestartet ist. Dabei handelt es sich um den deutschen Ableger von dem niederländischen Broker DEGIRO. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Amsterdam und bietet Privatanlegern erst seit September 2013 seinen Brokerage-Service an. Neben dem Heimatmarkt ist DEGIRO noch in Belgien und Österreich aktiv. Derzeit wird der Markteintritt in weitere ost- und südeuropäische Länder vorbereitet.

Konditionen:

DEGIRO punktet mit einem überaus günstigen Preismodell. So wird für eine Xetra-Order ein Basispreis von 2 € pro Transaktion und eine variable Gebühr von 0,026 % auf die Transaktionssumme fällig (maximal 30 €). Auch für den Handel in den USA unterbietet DEGIRO die Preise von sämtlichen Mitbewerbern in Deutschland. So kostet eine US-Order lediglich 0,50 € + 0,004 USD pro Aktie. Auch andere ausländische Handelsplätze werden vergleichsweise günstig bepreist.

Der Future- und Optionenhandel an der EUREX wird ebenfalls angeboten. Ein Kontrakt bzw. Option kostet lediglich 0,90 €.

Strukturierte Produkte wie OS und Zertifikate können über die Frankfurter ZertifikateBörse für den Basispreis von 2 € zzgl. 0,118 % vom Ordervolumen gehandelt werden. Ein außerbörslicher Direkthandel mit Emittenten wird nicht angeboten und ist auch nicht vorgesehen.

Kontomodelle:

Es gibt zwei verschiedene Kontovarianten. Bei dem Modell „CUSTODY“ ist kein Margin-Trading möglich. Wer also Devisen, Optionen und Futures handelt, der muss eines der Konten „ACTIVE/TRADER“ eröffnen. Sämtliche Kontomodelle werden ohne Konto-/Depotgebühren geführt.

Einlagensicherung:

DEGIRO ist rechtlich keine Bank, sondern eine Investmentgesellschaft. Einlagen auf dem Verrechnungskonto sind über die niederländische Behörde für Finanzmärkte (AFM) bis zu 20.000 € pro Person abgesichert. Die Wertpapiere liegen – wie bei anderen Brokern auch üblich – bei einer Verwahrstelle und gehören damit nicht zur eventuellen Insolvenzmasse.

Fazit:

DEGIRO bringt frischen Wind in den deutschen Markt. Die Konditionen sind insbesondere für den Handel an Xetra und in den USA konkurrenzlos günstig. Negativ für Trader ist die fehlende Möglichkeit, US-Realtimekurse zu beziehen. Ein weiteres Problem ist, dass wenn die Wertpapiere irgendwann mal von DEGIRO wieder weg zu einem anderen Broker übertragen werden sollen, DEGIRO die Anschaffungskurse und Daten nicht übermittelt.

Bei den letzten Punkten muss DEGIRO nachbessern, um ein wettbewerbsfähiges Produkt für Anleger bieten zu können. Ein klarer Nachteil ist auch die etwas schwammige Darstellung des Schutzes der Kundengelder. Für die meisten wird nicht nachvollziehbar sein, wie sicher eine Anlage der eigenen Gelder in einen Geldmarktfonds wirklich ist und wie schnell auf das eigene Vermögen bei einem Insolvenzfall von DEGIRO zugegriffen werden kann.

Wem das allerdings zunächst egal ist, der findet bei DEGIRO unglaublich niedrige Konditionen für seine Börsenaktivitäten vor.

Hier geht es zum Angebot von degiro

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.Google+

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