Negativzinsen bei Flatex

Das ist schon ein Hammer, was Flatex heute ankündigt. Ab Mitte März 2017 wird der Broker eine Negativverzinsung für Geld einführen, welches auf dem Verrechnungskonto liegt. Die Negativverzinsung liegt bei 0,40 % p.a.

Flatex ist damit der erste Broker überhaupt, der zu diesen drastischen Maßnahmen greift. Der Broker argumentiert, dass hier nur die negativen Zinsen weitergegeben werden, die die EZB im Interbankenmarkt für Einlagen von Kreditinstituten verlangt.

Etwas seltsam mutet diese Argumentation aber schon an, denn in der Regel „parken“ Onlinebroker das bei ihnen liegende Kundenvermögen ja nicht zu 100% bei der EZB. Stattdessen legen die Broker in nicht unerheblichen Umfang Kundengelder in sicheren Geldmarktinstrumenten mit unterschiedlichen Laufzeiten an (z.B. Anleihen etc.). Dafür gibt es eigene Abteilungen, die sich Treasury nennen.

Flatex will die negative Verzinsung von Kundeneinlagen solange beibehalten, bis die EZB ebenfalls darauf verzichtet.

Vielleicht ist dies aber auch nur eine geschickte Maßnahme seitens Flatex, um Kundengelder in die Tagesgeldangebote des Partners Zinspilot zu überführen? Eine Anlage bei dem FinTech-Unternehmen ist für Kunden mit wenigen Klicks ohne Neuregistrierung direkt aus dem Flatex-Kundenmenü möglich.

Was haltet Ihr von dem Schritt von Flatex? Euch egal oder ein Argument für einen Wechsel zu einem anderen Broker?

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.Google+

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