Cortal Consors und der CFD-Handel

Diese Woche hat Cortal Consors seinen CFD-Handel vorgestellt. Damit schliesst der Onlinebroker die Lücke, die noch in seinem Produktportfolio steckte.

Wer als Kunde von Cortal Consors mit CFDs handeln wollte, musste bis vor wenigen Tagen noch ein weiteres Depot bei einem anderen Broker unterhalten. Das war in der Regel einer der auf den Handel mit CFDs und Forex spezialisierten angelsächsischen Broker. Andere Wettbewerber von Cortal Consors hatten hier schon früher reagiert und eigene Angebote entwickelt, um sich diese Erträge nicht entgehen zu lassen. Jetzt hat Cortal Consors hier nachgezogen und bietet seinen Kunden ebenfalls den Handel mit hochgehebelten CFDs an. Cortal Consors setzt dabei auf eine White-Label-Lösung der Commerzbank, bei der diese als Market Maker fungiert.

Handelsplattform

Über das Handelsfrontend können CFDs auf über 1.200 Basiswerte gehandelt werden. Darunter Indizes, Währungspaare, Rohstoffe, Aktien und Futures. Dabei stehen intelligente Orderzusätze wie If-Done, Trailling Stop und OCO zur Verfügung. Außerdem ist es möglich, direkt aus dem Chart heraus Orders zu erteilen.

Eine Besonderheit gibt es zudem noch: viele potentielle Trader fürchten sich vor einer Nachschusspflicht auf die eingesetzte Sicherheitsleistung (Margin). Diese kann eintreten, wenn eine extreme Marktbewegung vollzogen wird und ein Schließen der eingegangenen Position nicht mehr innerhalb der Margin möglich ist. Diese Sorge seiner Kunden hat Cortal Consors zum Anlass genommen, das CFD-Produkt ohne Nachschusspflicht zu konstruieren. Im Gegenzug wurden die maximalen Hebel auf 50 reduziert. Zum Vergleich, einige der angelsächsischen Broker bieten Hebel von bis zu 200 an.

Ein mobiler CFD-Handel ist derzeit bei Cortal Consors noch nicht möglich.

Preisvorteil gegenüber normalen Aktienhandel

Während bei CFDs auf Indizes, Währungen und Rohstoffen keine Transaktionskosten anfallen (hier werden indirekt Gebühren über den Spread erhoben) liegt Cortal Consors bei Aktien CFDs preislich am oberen Ende der Fahnenstange. Hier werden 0,10% auf das Handelsvolumen (mind. 9,95 Euro / max. 69,00 Euro) fällig. Bei einer beispielhaften Kauf-Order von 200 Siemens-Aktien zu 86,42 ergibt sich:

  • Gegenwert: 17.282 Euro
  • geblockte Margin: 1.285 Euro
  • Ordergebühr: 17,28 Euro

Trotzdem ergibt sich gegenüber dem normalen Aktienhandel bei Cortal Consors immer noch ein erheblicher Preisvorteil. Die gleiche Order würde bei dem Standardpreismodell (4,95 Euro + 0,25 % vom Ordervolumen) zu Ordergebühren von 48 Euro führen. Hinzu kommen außerdem noch Handelsplatzentgelte und ggf. weitere fremde Kosten. Diese fallen im CFD-Handel nicht an.

Der Wettbewerb

Weil es nicht zum Kerngeschäft gehört, setzen auch andere deutsche Wettbewerber auf White-Label-Lösungen in diesem Geschäftsbereich. Hier kommen Lösungen von spezialisierten Partnern zum Einsatz, die sich auf diesen Geschäftsbereich spezialisiert haben. SBroker, Flatex und ViTrade setzen auf die CeFDex AG. Die von Cortal Consors verwendete Lösung der Commerzbank kommt auch bei der comdirect und der OnVista Bank zum Einsatz. Insofern hat Cortal Consors hier das Rad nicht neu erfunden, aber gibt seinen Kunden Argumente an die Hand, diese Geschäfte doch künftig unter einem Dach abzuwickeln. Das hat zum Beispiel bei der Abgeltungssteuer einen Vorteil, denn in diesem Fall kommt die komplette Abrechnung aus einer Hand, während angelsächsische Broker in vielen Fällen gar nicht die deutsche Steuer abführen und der Kunde hier alles selbst machen muss.

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.Google+

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