Neues Preismodell der Consorsbank: faktische Preiserhöhung

Die Consorsbank hat ihr Preismodell für Depotkunden seit Mitte Januar verändert. Wir stellen es in diesem Artikel vor.

Die Consorsbank gehört zu den Premium-Brokern in Deutschland. Das Brokerage-Angebot ist überdurchschnittlich gut, so können sämtliche Wertpapierarten (Aktien, ETF, Anleihen, Fonds, Derivate, Futures, Optionen, CFD) an 34 deutschen und internationalen Börsen gehandelt werden. Außerdem gibt es einen umfangreichen außerbörslichen Handel und gehandelt werden kann über Webtrading, Smartphone-App und sogar Handelssoftware. Das alles hat aber auch seinen Preis. Daher gehörte die Consorsbank bisher zu den teuersten Brokern – und das kann man schon vorweg nehmen, bleibt auch so.

Das neue Preismodell der Consorsbank:

Grundpreis: 4,95€ + 0,25% (Minimum 9,95€ / Max. 69€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

Diese Ordergebühr wurde auch vorher schon angewendet. Der Unterschied zum bisher gültigen Preismodell ist, dass nun die Aktivität des Kunden belohnt wird.
So gilt das oben genannte Modell „Silver“ nur bis zu 25 Orders in einem Jahr.

Wer mehr als 25 Orders in einem Kalenderjahr durchführt, zahlt 1€ weniger pro Trade.
Das Modell nennt sich „Gold“

Grundpreis: 3,95€ + 0,25% (Minimum 9,95€ / Max. 59€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

So groß sind die Unterschiede zwischen „Silver“ und „Gold“ jetzt allerdings noch nicht. Richtig interessant wird das neue Preismodell dagegen für Heavy Trader, also für Kunden, die mehr als 500 Orders pro Jahr absetzen.

Das Modell nennt sich „Platinum“ und ist mehrfach unterteilt.

501 bis 1000 Orders / Jahr
Grundpreis: 3,95€ + 0,22% (Minimum 8,95€ / Max. 49,00€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

1001 bis 2000 Orders / Jahr
Grundpreis: 3,95€ + 0,18% (Minimum 8,95€ / Max. 49,00€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

2001 bis 3000 Orders / Jahr
Grundpreis: 3,95€ + 0,15% (Minimum 8,95€ / Max. 49,00€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

3001 bis 4000 Orders / Jahr
Grundpreis: 3,95€ + 0,12% (Minimum 7,95€ / Max. 39,00€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

4001 bis 5000 Orders / Jahr
Grundpreis: 3,95€ + 0,10% (Minimum 7,95€ / Max. 39,00€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

mehr als 5000 Orders / Jahr
Grundpreis: 3,95€ + 0,08% (kein Minimum / Max. 29,00€)
zzgl. Handelsplatzpauschalen

Die Handelsplatzpauschalen betragen:

  • Tradegate: 0,95€
  • Xetra: 1,95€ + Transaktionsentgelte
  • Börse Stuttgart: 2,95€ + Transaktionsentgelte
  • Sonstige Inlandsbörsen: 2,95€ + Maklercourtage/Transaktionsentgelte
  • außerbörslicher Handel (nur Derivate von StarPartnern): 0,00€
  • außerbörslicher Handel (alle anderen z.B. Lang & Schwarz, Baader, Soc. Gén., etc): 1,95€

Eine weitere Neuerung sind sogenannte „FreeTrades“. Wer eine bestimmte Anzahl von Trades durchgeführt hat, wird mit einem FreeTrade belohnt. Die Stufen sind hier 1 Freitrade jeweils nach dem 10., 100. und 250. Trade. Aktive Kunden kommen also auf maximal 3 Freitrades pro Jahr.

Fazit

Aus unserer Sicht ist das neue Preismodell nicht der große Wurf. Im Vergleich zu den Festpreis-Brokern (Flatex, onvista bank, Smartbroker) ist es durch die vielen Unterteilungen sehr kompliziert. Hinzu kommt, dass es für die meisten „kleineren“ Kunden faktisch eine Preiserhöhung darstellt, denn der beliebte Handelsplatz „Tradegate“ war vorher ohne Handelsplatzpauschale und nun kostet dort jeder Trade 0,95€ extra. Die mickrigen 3 Freitrades, die aktive Kunden erhalten können, fallen nicht ins Gewicht. Außerdem fällt hier auch die Handelsplatzpauschale an.

Die Consorsbank hat nun zur Einführung des neuen Preismodells eine Aktion gestartet, bei der die Mindestgebühr von 9,95€ bis zum 30.04.2023 wegfällt. Trotzdem kostet dann der Aktien-Trade am Handelsplatz Tradegate bei einem Ordervolumen von 1.500€ immer noch 9,65€ (inkl. aller Kosten).

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.mein Depotvergleich der Top-Broker

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