Das CFD-Angebot der comdirect unter der Lupe

Seit heute ist es offiziell ! Die comdirect hat CFDs als neue Produktklasse in ihr Angebot aufgenommen. Marktgerüchte gab es schon länger, dass die comdirect und auch maxblue bald mit dem CFD-Handel starten würden. Zuletzt hatte bereits der S-Broker ein eigenes CFD-Angebot gestartet.

Das CFD-Angebot der comdirect bank im Überblick:

–  ca. 1.200 verschiedene CFDs auf Aktien, Indizes, Rohstoffe, Anleihen, Futures und Währungen
– max. Hebel 100 bei einer Margin von 1%
– Kostenloses CFD-Konto ohne Mindesteinzahlung
– Risikobegrenzung möglich (d. h. garantiert keine Nachschusspflicht)
– browserbasierte Handelsplattform

Diese Punkte erfüllen die meisten anderen CFD-Anbieter auch, besonders wird das Angebot der comdirect dadurch, dass als Marketmaker die Commerzbank fungiert. Dazu muss man wissen, dass der CFD-Handel hauptsächlich ausserbörslich abgewickelt wird. Handelspartner des Anlegers ist zumeist der CFD-Broker selbst. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Tatsache aber ist, dass der CFD-Broker kompletten Einblick in das Konto des Anlegers erhält und i.d.R. eine Profitmaximierung anstrebt.

Beim CFD-Angebot der comdirect ist die Commerzbank mit ihrer Derivate-Abteilung des Anlegers Handelspartner.  Und das hat definitiv Vorteile für beide Seiten. Das CFD-Geschäft ähnelt im Bereich des Risikomanagements dem mit Zertifikaten. Für die Bank hat das den Vorteil, dass hier auf das gesamte Derivate-KnowHow zurückgegriffen werden kann und in der Folge sicherlich saldierte Gegenpositionen eingenommen werden können („hedgen“ des Saldos aus Short- und Longpositionen). Dies ist keine Selbstverständlichkeit, gerade kleinere Broker verzichten darauf die einzelnen Positionen zu hedgen, da dies zusätzliche Kosten verursacht. Wenn es für die Bank aber keinen Unterschied macht, ob der Anleger seine Wette verliert oder gewinnt, ist auch der Anreiz für abweichende Kurse (requotes) nicht gegeben. Dieser Vorwurf stand in der Vergangenheit bei einigen angelsächsischen CFD-Anbietern vereinzelt im Raum.

Die comdirect bietet den Handel mit CFDs mit Risikobegrenzung an. Das heisst, dass der Anleger keinen Nachschuss leisten muss. Der Nachschussfall könnte eintreten, wenn die Position nicht rechtzeitig glattgestellt wird, z.B. weil sich das Underlying zu stark bewegt hat (z.B. durch ein Gap). In einem solchen Fall würde die hinterlegte Margin (Sicherheitsleistung) nicht mehr ausreichen und der Anleger müsste Geld nachschiessen. Dieser Fall kommt allerdings selten vor, da die Systeme der Broker normalerweise vor dem Aufbrauchen der Margin die Positionen glattstellen. Bei der comdirect ist bei einem Konto mit Risikobegrenzung nur ein Hebel von 5 möglich. Dies entspricht einer Sicherheitsleistung von 20 %.  Es können aber bis zu 5 Konten aktiviert werden und dort jeweils unterschieden werden, ob das Konto mit Risikobegrenzung laufen soll oder ohne.

Wir meinen, dass damit der Handel mit CFDs nun endgültig aus der Nische heraus tritt. Das Angebot der comdirect sticht definitiv aus dem deutschen CFD-Markt heraus. Wir sind gespannt, ob andere Broker es der comdirect gleichtun werden.

Weitere Informationen zum CFD-Handel:
www.cfd-portal.com

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.Google+

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