Außerbörslicher Handel bei Anlegern sehr beliebt

Außerbörsliche Direktgeschäfte sind einfach und schnell. Ein Klick und schon ist das Geschäft abgeschlossen. Die DAB-Bank nennt ihren außerbörslichen Handel vielleicht auch deswegen sinnigerweise „Sekundenhandel“. Den schnellen Service schätzen viele Anleger insbesondere beim Handel mit Zertifikaten und Optionsscheinen. Eigenen Aussagen zufolge werden bei dem Emittenten BNP Paribas in Frankfurt bereits zwei Drittel aller Aufträge in Zertifikaten und Hebelpapieren außerbörslich abgewickelt. Großer Beliebtheit erfreut sich aber auch der außerbörsliche Handel mit Aktien z.B. über Lang & Schwarz (LUS)

Im außerbörslichen Handel wird vorab der Preis der Papiere angezeigt und der Kunde kann das Geschäft zu dem vorgegebenen Kurs abschließen. Dahinter steht ein elektronisches Tradingsystem mit dem Onlinebroker und Emittent verbunden sind. Der Emittent speist in die Maschine laufend die Preise seiner Papiere ein und gibt die handelbare Stückzahl vor. Das ist an den Börsen ähnlich. Auch dort gibt der Emittent zwar den Preis vor. Da jedoch im Börsenhandel die Möglichkeit besteht, dass Kauf- und Verkaufsorder verschiedener Investoren aufeinandertreffen, kann der Preis auch mal günstiger sein als im Direkthandel.

Es kann vorkommen, dass der Emittent einen fehlerhaften Kurs stellt, z.B. weil die Systeme nicht richtig funktionieren. Ist zu diesem – für den Emittenten unvorteilhaften Kurs – ein Geschäft zustande gekommen, kann der Emittent einen Misstrade anmelden und das Geschäft rückgängig machen. Die Bedingungen für eine solche Rückabwicklung sind in sog. Misstraderegelungen dokumentiert, die auf den Seiten der Onlinebroker einzusehen sind.

Wichtige Unterschiede gibt es in den Rahmenbedingungen. An der Börse werden Geschäfte von der Handelsüberwachungsstelle geprüft, an die sich Anleger in Zweifelsfällen wenden können. Auf der anderen Seite besticht der Direkthandel mit der sofortigen Ausführung sowie den verlängerten Handelszeiten. Mit vielen Emittenten kann von 8 bis 22 Uhr gehandelt werden. Obendrein entfallen die Fremdgebühren der Börsen. Regelmäßig werben die Derivate-Emittenten um die Gunst der Anleger mit kostenlosen Aktionen im außerbörslichen Handel, um neue Kunden zu gewinnen. Dann entfallen für den Anleger auch noch die Transaktionskosten der Bank.

Vorteile besitzt der außerbörsliche Handel aber auch in den Ordermöglichkeiten. Limitierte Aufträge, Zusätze wie Stop Buy oder Stop Loss sind verbreitet, wenn auch nicht bei allen Onlinebrokern möglich. Einige bieten auch die sogenannten intelligenten Ordertypen wie Stop Limit, OCO oder Trailing-Stop-Orders. Die Angst, der Emittent könnte die limitierten Aufträge sehen und den Preis dahingehend beeinflussen und nach Gutdünken abrechnen, ist unbegründet. Emittenten wie Onlinebroker bestätigen, dass der Auftrag im System bleibt und der Emittent keinen Überblick über die Orderlage hat. Erst wenn eine Order ausgeführt werden kann, wird eine Quoteanfrage an den Emittenten gestellt und dann gegebenenfalls ausgeführt.

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.Google+

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