PFOf: neues Erlösmodell der Neobroker ist da!

Seit einigen Tagen ist klar, wie das neue Abrechnungsmodell der Neobroker künftig ausschauen wird.
Denn einige Broker sind gezwungen, ihr Erlösmodell aufgrund des „Payment for Orderflow“ Verbotes bis zum 30.06.2026 umzustellen. Besonders betroffen sind Neobroker, die derzeit Ordergebühren für nahezu 0€ anbieten.

Seit dem 01.03.2026 werden auf Wertpapierabrechnungen von finanzen.net zero die neuen Erlösströme ausgewiesen.

  • Kurswert: 535,40€
  • Finanzkomission Baader: 0,50€
  • Handelsplatzabhängige Gutschrift Baader: 2,60€
  • Vermittlungsentgeld Finanzen.net zero: 2,10€
  • Gutschrift Kundenkonto: 535,40€

PFOf verbietet die Zahlung von Handelsplatz/Makler an Finanzen.net zero. Mit dem neuen Modell zahlt der Handelsplatz/Makler an den Kunden. Die Zahlung an den Kunden wird mit dem Vermittlungsentgelt verrechnet, das Finanzen.net Zero gegenüber dem Kunden erhebt.

Handelsplatz gettex

Dieses Modell gilt bisher ausschließlich für den Handelsplatz gettex, bei dem die Baader Bank der Marketmaker ist und den Kunden bisher über diverse Neobroker für 0€ handeln konnten. Neben Finanzen.net zero sind das derzeit Smartbroker+, Traders Place, Joe Broker und Scalable Broker. Bei den ersten 4 Neobrokern erbringt die Baader Bank auch die Kontoführung. Dort wird das nun von finanzen.net zero veröffentlichte Preismodell sehr wahrscheinlich auch schrittweise bis zum 30.06.2026 zur Anwendung kommen. Passend dazu hat z.B. Smartbroker+ gerade eine Pressemitteilung herausgegeben, dass sich für den Kunden nichts ändern wird. Verwendung finden wird das Modell zudem auch für den OTC-Handelsplatz Baader Trading, den zumindest Traders Place und Smartbroker+ anbieten. Im Vergleich zu gettex ist Baader Trading wegen der Möglichkeit zum Wochenendhandel interessant.

Scalable, Trade Republic

Auch Scalable bietet aktuell noch den gebührenfreien Handel über gettex an. Allerdings ist dies derzeit nur eine von drei Alternativen. Scalable hatte bereits in 2025 die Weichen mit der Neugründung des Handelsplatz EIX gestellt. Dort ist Scalable Co-Makler und die regulatorische Überwachung erfolgt durch Börse Hannover. Scalable erweitert hier sein bisheriges Geschäftsmodell, dem Vermittlungsgeschäft, um weitere Erlöskomponenten. Jetzt erbringt Scalable Broker auch die Wertpapierabwicklung und sogar das Maklergeschäft.

Genau wie bei Scalable Broker läuft es regulatorisch auch bei tradegate.direct ab. Hier gehören Handelsplatz, Makler und Broker zur Tradegate-Unternehmensgruppe. Dieses Konstrukt von Scalable und tradegate.direct ist aber regulatorisch interessanterweise nicht von PFof betroffen. Womit sich auch zeigt, dass das vieldiskutierte PFof-Verbot am Ende wirkungslos verpufft bzw. den Interessenkonflikt eher vergrößert.

Wer sich noch gar nicht geäußert hat, ist Trade Republic. Gerüchten zufolge arbeitet Trade Republic aber auch an dem Scalable-Modell.

Was machen die großen Broker?

Broker wie flatex, S-Broker, comdirect, Consorsbank, maxblue, ING, 1822direkt usw. sind von der Regelung kaum betroffen, weil sie schon immer höhere Ordergebühren verlangt haben und weil diese Broker sämtliche (inländische) Handelsplätze bei den Ordergebühren im Prinzip schon immer gleich behandeln. Was wegfallen könnte – und das würde beim Kunden schon ein wenig Schmerzen bereiten – sind die gesponsorten Handelsplatzgebühren.

Im Handel mit Tradegate, gettex, LS Exchange, Quotrix, L&S, Baader, Société Générale verzichten die Broker üblicherweise auf zusätzliche Handelsplatzgebühren, wie sie z.B. an Xetra und den Parkettbörsen fällig werden. Ob dieser kleine Orderkostenvorteil ab dem 01.07. für den normalen Broker-Kunden wegfällt, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

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Autor:Thomas

hat früher bei einem Online-Broker gearbeitet. Berichtet hier über Neukundenaktionen, Vor- und Nachteile bestimmter Broker, Konditionsmodelle und Trading-SetUps.mein Depotvergleich der Top-Broker

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